Lissy

Home Kaninchen Jack Jim Teddy Blacky Tony

Wann Lissy geboren wurde weiß ich nicht so genau. Sie ist soweit ich weiß ca. 1 Jahr älter als die anderen vier. Lissy habe ich seit Januar 2005 in Dauerpflege.

Aus dem Leben von Lissy

Als kleines Kaninchen bin ich gegen einen Tisch gesprungen und habe mir meine Zähne ausgeschlagen. Meine damaligen Möhrchengeber haben dies aber nicht bemerkt. Als ich dann aber dadurch nix mehr zu mir nehmen konnte, haben sie mich zu einem Arzt gebracht. Und dieser meinte dann, dass ich ja gar nix essen kann, da ich ja keine Zähne habe und diese erst nachwachsen mussten. Also wurde ich eine ganze Weile lang mit einem Brei ernährt, bis ich wieder richtig essen konnte.

Ansonsten kann ich nicht so viele aufregende Dinge erzählen, da ich keinen Kaninchenpartner hatte. Aber ich hatte ja meine damaligen Möhrchengeber, die haben mich den ganzen Tag in der Wohnung hoppeln lassen. Ich bin nämlich ein sehr zutrauliches Kaninchen und möchte stundenlang gekrault werden. 

Seit Januar 2005 lebe ich nun bei Daniela. Sie durfte mich aber schon vorher ab und zu mal pflegen, als meine damalige Möhrchengeberin im Urlaub war. Daniela hat mich dann immer mit Streicheleinheiten verwöhnt. Ich saß oft stundenlang neben ihr auf dem Sofa. Bei dieser Gelegenheit habe ich schon mal erste Bekanntschaften mit Jim und Jack gemacht.  Jetzt wohne ich mit den beiden in einem Stall und ich habe jetzt richtige Kaninchenfreunde gefunden. Wenn Daniela und Norbert arbeiten sind bin ich nicht mehr allein. Ich kann jetzt immer kuscheln.

Aber trotzdem vermisse ich Nina meine ehemalige Möhrchengeberin. Vielleicht kommt sie mich ja mal besuchen.

Und das bin ich

.

Hier hab ich beim Stallbau zu geguckt

Frühjahr 2005

Sonntag, 11.06.2006

Wie immer bin ich morgens zum Stall gegangen, um die Kaninchen zu füttern und habe den Stall aufgemacht, wo nun noch Jim und Lissy wohnen. Doch Lissy kam nicht normal aus dem Stall gehoppelt sondern gerobbt, sie zog ihre hinteren Beinchen hinterher. Bereits Donnerstag und Freitag vorher drehte sie sich hin und wieder auf den Rücken und krampfte. Ansonsten war sie bis Samstag Abend normal und fraß mehr als alle anderen. Nachdem ich nun sah, das sie gelähmt war und sich auch nicht mehr putzen konnte, habe ich gleich das Internet befragt.

Ich stieß auf Enzephalitozoon cuniculi (kurz E. cuniculi). Dies ist ein einzelliger Parasit und befällt das Zentrale Nervensystem (ZNS) wie Gehirn, Rückenmark und Nervenstrukturen sowie die Nieren.

Symptome dieser Krankheit sind:

* typischstes Anzeichen: der Kopf wird verdreht/schief (Head Tilt) gehalten, was aber nicht auftreten muss

* Verlust des Gleichgewichtssinnes (Umkippen beim Putzen und Männchen machen, Desorientiertheit, im Kreis laufen)

* Kopf/Ohren schütteln

* Lähmungserscheinungen (oft der Hinterläufe, verwechseln Tierärzte gerne mit Rückgratschäden)

* Bauchgluckern, Aufgasung, große Köttel evtl. auch Abmagerung

Am Montag, den 12.06.2006 habe ich sie zum Arzt (in Wolfsburg) gefahren. Dort fragte man mich natürlich gleich, ob sie irgendwo runter gefallen wäre. Das auf den Rücken drehen wurde mit Bauchschmerzen erklärt. Ich hatte ihn darauf hingewiesen, das dies E. cuniculi sein könnte und das ein Bluttest gemacht werden sollte.  Daraufhin hat er das Labor angerufen und nachgefragt ob die so etwas testen und welches Serum benötigt wird. Es wurde gesagt, das sie Urin (nach einem gewissen Zeitraum werden über den Urin die Erreger ausgeschieden) zum testen benötigen. Des Weiteren bestand ich auf eine Behandlung mit Antibiotika, Vitamin B und Panacur. Nach ein paar Tagen erhielt ich das Ergebnis: Der Test war negativ. Mit dem Ergebnis war ich nicht zufrieden, da Lissy schon wieder etwas besser laufen konnte und auch schon wieder begann sich am Kopf zu putzen. Am Montag, den 19.06.06 bin ich mit ihr nach Braunschweig zum TA gefahren. Dort wurde sie nochmals untersucht. Ich bat nochmals um einen Bluttest. Der Arzt sagte, das er dies nicht so gern tut, da zu 80 % aller Kaninchen mit dem Parasiten befallen sind und diese Krankheit nur ausbricht, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Des Weiteren stellte er fest, das Lissy in der Bauchhöhle einen Knubbel hat, wo er nicht sagen kann, was das ist. Er tippt auf ein bösartiges Krebsgeschwür in der Gebärmutter , da sie auch sehr abgemagert (am 20.06. nur noch 1,4 Kilo) ist, trotz des vielen Futters was sie verdrückt. Er kann erst genau sagen, was es ist, wenn er operativ nachschaut. Für eine OP ist Lissy aber schon zu geschwächt. Sie bekommt weiterhin  Panacur und wird von mir gepäppelt, damit sie mehr auf die Rippen bekommt. Ich hoffe das es hilft.

Da inzwischen meine Blacky von mir gegangen ist, weil ich sie aufgrund eines Gebärmuttertumors operieren ließ und sie nicht überlebte, hab ich mir überlegt, dass Lissy die OP erspart bleiben soll. Solange sie noch wie ein Scheunendrescher frisst und es ihr anscheinend gut geht, werde ich sie so weiter leben lassen.

Leider habe ich heut (26.06.2006) festgestellt, dass es doch eine Fliege geschafft haben muss ihre Eier an Lissys Hinterteil abzulegen. Ich habe ein paar kleine Maden entdeckt und diese sofort abgespült. Allerdings weiß ich nicht, ob sich einige schon in die Haut gefressen haben. Trotz dass ich mindestens viermal pro Tag nachgucke, ob sie Durchfall hat und sie wenn es zutrifft sofort abgewaschen habe. Naja wahrscheinlich ist sie schon zu schwach und deswegen finden die Fliegen sie so lecker. Morgen geht sie deswegen noch mal zum Arzt.

Am 27.06. war ich mit Lissy wieder beim Arzt wegen der Maden. Der Arzt hat mich gelobt, weil es keine Made geschafft hat sich in die Haut zu fressen, weil ich sofort gehandelt habe und diese sofort mit Wasser abgespült habe. Jedoch hat er mir nochmals einen Vortrag über Kastrationen und OP`s bei Kaninchen gehalten. Er teilte auch mit, dass es kaum Risikos gibt und Kaninchen sogar noch zäher sind als Katzen oder Hunde. Ich sollte mir doch überlegen, sie noch operieren zu lassen.

Am 03.07.2006 habe ich Lissy nun doch zum Arzt gebracht, damit die Gebärmutter (Uterus) entnommen wird, weil bei ihr ein Knubbel (Uterusadenokarzenom) ertastet wurde. Ich hoffe das sie die OP gut übersteht und drücke ihr die Daumen.

Lissy hat die OP gut überstanden, ich hab sie heut (04.07.06) vom Arzt abgeholt (jipieh, juchhu, freu) und auch ihr Appetit scheint nicht darunter gelitten zu haben. Als ich ihr eine halbe Möhre vor die Nase gelegt habe, hat sie sich gierig darauf gestürzt. Auch den Critical Care -Brei (versetzt mit Baytril und Baycox), den ich zusätzlich hingestellt habe, hat sie schon fast komplett weg geschlabbert. Einen Ausflug in der Wohnung hat sie auch bereits unternommen und liegt nun unter dem Küchentisch. Sie ist ja auch schon immer ein sehr pflegeleichtes Kaninchen gewesen. Der Tierarzt sagte mir, dass sie an der Gebärmutter noch eine tiefrote Entzündung hatte und ich soll sie schön voll stopfen, damit sie wieder zunimmt (zurzeit wiegt sie noch 1,35 Kilo). An die Flasche mag sie nicht gehen, das tat sie vor der OP auch schon nicht mehr, sie säuft derzeitig aus dem Napf.

Heut am 05.07.06 fällt ihr das fressen (gegen 10 Uhr) schwerer, wahrscheinlich haben die Schmerzmittel nachgelassen. Sie liegt bzw. hockt teilweise im Käfig und stiert Löcher in die Luft. Den Medikamentenbrei mag sie gar nicht schlabbern, also musste ich ihn ihr per Spritze ins Mäulchen geben. Momentan knabbert sie an einem Kohlrabiblatt (das ging auch schon mal schneller). Das Kohlrabiblatt (gegen 14 Uhr) wurde nur angekatscht und dann liegen gelassen. Erst als ich es ihr eine halbe Stunde später erneut vor die Nase hielt, fing sie wieder an zu knabbern, es ist aber immer noch was übrig. Nun (16.12Uhr) liegt sie im Wohnzimmer auf einem Handtuch. Sicherheitshalber, da sie hin und wieder Durchfall bekommt. Das Badetuch im Käfig hab ich heut schon zum zweiten Mal gewechselt und die Zewa-Tücher wechsle ich stündlich. Die Köttel sind noch etwas klein.

Lissy`s Zustand hat sich in den letzten 3 Tagen (heut 09.07.06) leider etwas verschlechtert. Sie frisst von allein fast gar nichts mehr. Egal was ich ihr vor die Nase halte, sie dreht sofort den Kopf weg. Das einzige was sie noch annimmt, sind ungesunde süße Drops. Alles andere wird höchstens kurz angenagt und dann liegen gelassen. Habe ihr heut mehrere Male Critical Care per Spritze gegeben. Morgen geht`s zur Nachsorge zum Arzt. Die Köttel sind immer noch sehr klein bzw. sie hat Durchfall.

Heut am 10.07.06 war ich mit Lissy zur Nachsorge beim Arzt. Die Naht sieht gut aus. Der Urin ist auch OK, nur der Kot ist zu klein. Ich soll sie noch mehr voll stopfen und mästen. Sie muss zunehmen, sie wiegt nur noch 1,25 Kilo. Ihre hinteren Läufe zieht sie immer noch etwas hinterher. Der Arzt sagt, ich solle sie zum Bewegen animieren, damit sich die Muskulatur wieder aufbaut. Leider hat der Arzt einen erneuten Knubbel am Darm ertastet, ich durfte ihn auch fühlen. Er will erst mal sehen, ob dieser Knoten schnell wächst. Gegen die Schmerzen bekommt sie Metacam zusätzlich zu Baytril (Antibiotika). Ich soll Ende der Woche/Anfang nächster Woche noch mal vorbei kommen mit Lissy.

Lissy gestern Abend (09.07.06), wie sie unterm Schreibtisch schon fast schläft

 

 

Lissy hatte Montag und Dienstag fast gar nichts selbständig gefressen außer ein paar Stückchen Gurke. Auslöser dafür war wahrscheinlich das Vollstopfen mit Critical Care, dadurch war sie wohl restlos satt. Gestern am Mittwoch (13.07.06) war ich fast den ganzen Tag unterwegs und hatte keine Zeit zum zusätzlichen füttern.  Ich hatte ihr bevor ich ging noch ein großes Salatblatt gegeben und es stand im Käfig ein Schälchen mit Critical Care-Brei und getrocknete Löwenzahnblätter bereit. Als ich Abends nach Hause kam, war das Salatblatt weg, die Schüssel mit Critical Care halb leer geschleckt und die Löwenzahnblätter wurden komplett vertilgt. Sie bekam dann Abends nochmals eine große Portion Salatblätter, die heut früh wieder komplett weggeputzt waren und sie hat sich gierig auf das Trockenfutter gestürzt.

Am Freitag (14.07.06) war ich mit ihr zum Fäden ziehen. Der Arzt hatte nochmals den Knoten abgetastet, der ca. 2 cm groß war und sagte dies sei Krebs und ich solle ihr noch paar schöne Tage machen. Zu Hause angekommen, köttelte sie Köttel aus, die mit einem gelben Schleim umzogen waren. Ich war dann der Meinung, dass sie einen eitrigen Abszess hat. Sie fraß aber wieder normal. Im Kaninchenforum, in dem ich seit kurzem registriert bin, hatte ich um Rat gebeten, ob noch mal eine OP durchgeführt werden soll oder nicht. Man riet mir zur OP, für die ich mich auch entschied. Als ich dann gestern Nachmittag (15.07.06) bei meinem Tierarzt (Notfallnummer) anrief und dies noch mal schilderte, sagte er mir, dass es für einen Abszess zu hart sei und ich könnte gegen 18 Uhr in die Praxis kommen und sie würde nochmals Antibiotika bekommen. Als ob das was helfen würde. Nun ja ich entschied mich sie mit Critical Care zu füttern, da sie nun auch nicht mehr fressen wollte und am Sonntag einen anderen Arzt, evtl. eine Tierklinik, zu kontaktieren bzgl. der OP. Die Nacht konnte ich nur 2 Stunden schlafen und bin nun seit 5 Uhr wach (16.07.06 jetzt ist es 6.11 Uhr). Lissy liegt nur noch im Käfig und rührt sich nicht. Ich will sie von ihren Schmerzen und Qualen erlösen lassen. Hab wieder die Notfallnummer vom Arzt in Braunschweig gewählt, aber der Arzt sagt, ich soll um 10 Uhr in die Praxis kommen. Da ist es nun mal ein Notfall und es wird einem nicht entsprechend geholfen. Ob sie solange durchhält, weis ich nicht. Bei anderen Tierärzten in der Umgebung geht entweder nur der AB ran oder es ist besetzt. So ein Sch... So was muss auch immer am Wochenende sein, wenn keiner erreichbar ist.

Um 10.02 Uhr waren wir endlich beim Arzt angekommen und sie lebte noch. Ungefähr 10 Minuten mussten wir noch warten. Dann wurde ihr eine Überdosis Narkosemittel Narcogen gespritzt. Bis sie eingeschlafen war, dauerte es nochmals 5 Minuten. Währenddessen haben wir sie permanent auf dem Nasenrücken gekrault, so wie sie es mochte. Sie war eine kleine Kämpferin. Jetzt hat sie keine Schmerzen mehr und kann nun mit den anderen auf der großen grünen Wiese spielen.

noch vor der OP

und mit ihrem Liebling Jim

das wirklich allerletzte Foto (Freitag, 14.07.06)

Sie war schon sehr geschwächt, hatte aber noch in der Nacht zu Samstag ganz viele Salatblätter vertilgt. Sie hat auch noch energisch ihren Kopf unter meine Hand geschoben, um gekrault zu werden.

 

Stand: 16.07.06

Home Kaninchen Jack Jim Teddy Blacky